Was kostet eine Bestattung auf der grünen Wiese?

Einzelne weiße Blüte auf einer gepflegten grünen Rasenfläche im weichen Morgenlicht – ruhiges Sinnbild für eine Bestattung auf der grünen Wiese

Einzelne weiße Blüte auf einer gepflegten grünen Rasenfläche im weichen Morgenlicht – ruhiges Sinnbild für eine Bestattung auf der grünen Wiese

Eine Bestattung auf der grünen Wiese – meist ein Rasengrab mit Urne – kostet in der Regel zwischen rund 1.500 und 4.000 Euro. Günstige Komplett-Festpreise beginnen bei etwa 1.500 Euro, ein voller Bestatter-Service liegt eher bei 3.000 bis 4.500 Euro. Die reinen Friedhofs- und Grabgebühren allein bewegen sich je nach Kommune zwischen etwa 200 und 2.000 Euro. Damit gehört die grüne Wiese zu den günstigeren Bestattungsformen – vor allem, weil Grabstein und dauerhafte Grabpflege entfallen.

Dieser Ratgeber ordnet die Kosten ehrlich ein: was mit „grüner Wiese” überhaupt gemeint ist, woraus sich der Preis zusammensetzt, ob eine Beisetzung mit Sarg oder nur mit Urne möglich ist, wie die Bestattung abläuft – und wo trotz „pflegefrei” doch Folgekosten lauern können.

Was bedeutet „Bestattung auf der grünen Wiese”?

„Grüne Wiese” ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für die Beisetzung in einer geschlossenen, gepflegten Rasenfläche – ohne klassisches Einzelgrab mit Grabstein und Bepflanzung. Fachlich handelt es sich fast immer um ein Rasengrab (auch Wiesengrab genannt). Die Asche oder – seltener – der Sarg wird in einer zusammenhängenden Rasenfläche beigesetzt, die die Friedhofsverwaltung dauerhaft pflegt.

Der Begriff wird nicht ganz einheitlich verwendet. Diese Formen fallen darunter:

  • Rasenreihengrab: Die Grabstelle wird der Reihe nach zugeteilt, gilt für die Ruhezeit und ist meist nicht verlängerbar. Die günstigste Variante.
  • Rasenwahlgrab: Die Lage ist frei wählbar und das Nutzungsrecht in der Regel verlängerbar – dafür etwas teurer.
  • Streu- oder Aschewiese: Hier wird die Asche in der Fläche verstreut. Es entsteht kein Grab und keine spätere Umbettungsmöglichkeit.

Wichtig ist die Abgrenzung zur anonymen Bestattung. Beide werden oft verwechselt, sind aber nicht dasselbe: Bei der anonymen Beisetzung bleibt die genaue Stelle unbekannt und unmarkiert. Die grüne Wiese ist häufig halbanonym – also eine Rasenfläche mit einer kleinen, ebenerdigen Namensplatte, sodass Angehörige die Stelle kennen und einen konkreten Ort zum Trauern haben. Wer die vollständig anonyme Variante vergleichen möchte, findet die Zahlen in unserem Ratgeber zu den Kosten einer anonymen Bestattung.

Was kostet eine Bestattung auf der grünen Wiese im Überblick?

Eine feste Zahl gibt es nicht – der Preis hängt stark davon ab, ob Sie ein schlankes Komplettangebot oder einen vollen Bestatter-Service wählen. Die Spanne reicht von günstigen Festpreisen bis zu einem umfassenden Paket mit Trauerfeier und Redner.

VarianteWas enthalten istTypische Gesamtkosten
Komplett-Festpreis (Urne)Einäscherung, einfache Urne, Beisetzung, Formalitäten, Rasengrabgebührab ca. 1.500 €
Durchschnitt Urnen-/WiesenbestattungStandardausstattung, ohne aufwendige Feierca. 2.000 – 3.000 €
Voller Bestatter-Service (Urne)zusätzlich Trauerfeier, Redner, Blumen, Grabplatteca. 4.000 – 4.500 €
Rasengrab mit Sarg (wo angeboten)Erdbestattung im Rasenwahlgrabca. 5.000 € und mehr

(Werte nach bestattungen.de, feuerbestattungen.de und mymoria.de, Stand 2025/2026. Die Stiftung Warentest nennt für eine einfache Feuerbestattung im Durchschnitt rund 2.205 Euro.)

Der große Unterschied entsteht also weniger durch das Grab selbst als durch die Bestatterleistungen und die Trauerfeier. Genau hier haben Sie den größten Einfluss auf den Endpreis.

Woraus setzen sich die Kosten zusammen?

Die Kosten einer Bestattung auf der grünen Wiese teilen sich in mehrere Blöcke auf. Wer ein Angebot verstehen will, sollte auf diese Struktur achten:

KostenblockWas dazugehörtTypische Spanne
BestatterleistungenAbholung, Versorgung, einfache Urne oder Sarg, Formalitäten, Organisationca. 1.000 – 2.500 €
EinäscherungKrematoriumsgebühr (bei Urnenbeisetzung)ca. 200 – 420 €
Friedhofs- und GrabgebührenGrabnutzungsrecht am Rasengrab, Rasenpflegepauschaleca. 200 – 2.000 €
BeisetzungsgebührÖffnen und Schließen der Grabstelleca. 150 – 500 €
Namensplatte (optional)ebenerdige Tafel bei halbanonymer Varianteca. 150 – 1.500 €
Trauerfeier (optional)Kapelle, Redner, Musik, Blumenfrei wählbar

Auffällig ist, dass die Friedhofsgebühren hier oft kleiner ausfallen als beim klassischen Wahlgrab – zum einen, weil ein Urnengrab weniger Fläche braucht, zum anderen, weil viele Kommunen die Rasenpflege in einer überschaubaren Pauschale bündeln. Den größten Hebel für den Endpreis bilden die frei wählbaren Posten: Ausstattung und Trauerfeier.

Grüne Wiese mit Urne oder mit Sarg?

In den allermeisten Fällen ist die grüne Wiese eine Urnenbeisetzung nach vorheriger Einäscherung – ein Rasengrab mit Sarg ist aber ebenfalls möglich, nur seltener und teurer. Hier gehen die Angaben der Anbieter auseinander: Manche Portale beschreiben die Wiesenbestattung ausschließlich als Urnenvariante, andere weisen ausdrücklich darauf hin, dass Rasengräber je nach Friedhofssatzung auch für Särge genutzt werden können.

Der Grund für den Preisunterschied ist derselbe wie bei jeder Erdbestattung: Ein Sarg kostet mehr als eine Urne, ein Erdgrab braucht mehr Fläche, und die Ruhezeit ist länger. Ein Rasengrab mit Sarg liegt daher eher im Bereich von 5.000 Euro und mehr, während die Urnenvariante oft schon für ein Drittel davon zu haben ist. Ob die Sargvariante überhaupt angeboten wird, entscheidet die jeweilige kommunale Friedhofssatzung – fragen Sie das konkret beim Friedhof oder Bestatter nach.

Wie läuft eine Bestattung auf der grünen Wiese ab?

Der Ablauf entspricht bei der Urnenvariante dem einer normalen Feuerbestattung – nur die Grabstelle ist ein Rasengrab statt eines bepflanzten Einzelgrabs. In der Praxis sieht das meist so aus:

  1. Überführung und Versorgung des Verstorbenen durch den Bestatter.
  2. Einäscherung im Krematorium; die Asche kommt in eine Urne (bei der Urnenvariante).
  3. Trauerfeier – optional in einer Friedhofskapelle oder im Freien. Sie kann schlicht gehalten oder ganz weggelassen werden.
  4. Beisetzung in der Rasenfläche. Je nach Friedhof geschieht das mit oder ohne Angehörige; bei anonymen Varianten oft ohne, bei halbanonymen in aller Regel im Beisein der Familie.
  5. Kennzeichnung: Bei der halbanonymen Variante wird eine ebenerdige Namensplatte bündig in den Rasen eingelassen. Bei der anonymen Variante entfällt jede Markierung.

Danach übernimmt die Friedhofsverwaltung die Rasenpflege. Angehörige müssen sich – anders als beim klassischen Grab – nicht um Bepflanzung, Gießen oder Grabpflege kümmern.

Anonym, halbanonym oder mit Namensplatte?

Die grüne Wiese gibt es in drei Abstufungen der Sichtbarkeit – und diese Wahl entscheidet mit über Kosten und späteren Trauerort.

  • Anonym: keine Markierung, keine bekannte Stelle. Am günstigsten, aber ohne konkreten Ort zum Gedenken.
  • Halbanonym (teilanonym): eine kleine, ebenerdige Namensplatte im Rasen. Die Stelle ist bekannt, die Fläche bleibt einheitlich gepflegt. Der häufigste Fall der „grünen Wiese”.
  • Mit individueller Namensplatte: eine etwas größere Tafel oder Platte, die den Verstorbenen benennt – ab rund 200 Euro, nach oben je nach Material offen.

Viele Angehörige unterschätzen anfangs, wie wichtig ein konkreter Trauerort später wird. Die halbanonyme Variante ist oft ein guter Kompromiss: pflegefrei und günstig, aber mit einem benannten Platz, an dem man Blumen ablegen kann.

Wie lange ist die Ruhezeit?

Die Ruhezeit richtet sich nach der kommunalen Friedhofssatzung und schwankt regional erheblich. Für Urnengräber liegt sie meist bei 10 bis 20 Jahren, für Sarggräber eher bei 20 bis 30 Jahren. Einzelne Anbieter nennen für die grüne Wiese auch kürzere Zeiträume – verbindlich ist immer die Satzung des jeweiligen Friedhofs.

Ein Grab ist dabei kein Kauf, sondern ein befristetes Nutzungsrecht. Beim Rasenreihengrab endet dieses Recht mit der Ruhezeit und ist in der Regel nicht verlängerbar. Beim Rasenwahlgrab lässt sich die Nutzung meist verlängern – gegen erneute Gebühr. Wer hier langfristig plant, sollte die Unterschiede kennen; einen vertieften Blick auf Laufzeiten und Preise bietet unser Ratgeber Was kostet ein Grab für 20 Jahre?.

Warum ist die grüne Wiese günstiger – und wo lauern Folgekosten?

Die grüne Wiese ist vor allem deshalb günstig, weil zwei der teuersten Posten einer klassischen Bestattung wegfallen: der Grabstein und die dauerhafte Grabpflege. Dazu kommt bei der Urnenvariante die kleinere Grabfläche. Konkret sparen Sie:

  • Grabstein und Grabeinfassung – bei einem Wahlgrab schnell ein vierstelliger Betrag.
  • Grabpflege über die gesamte Ruhezeit – eine gärtnerische Dauerpflege kostet sonst mehrere Hundert Euro pro Jahr.
  • Teils geringere Grabnutzungsgebühren, weil die Fläche kleiner und standardisiert ist.

Ganz kostenfrei ist die Pflege aber nicht. Die Friedhofsverwaltung erhebt für die Rasenpflege in der Regel eine Pauschale, die im Grabpreis enthalten oder gesondert ausgewiesen ist. Verbraucherportale weisen darauf hin, dass diese Pauschale die Ersparnis beim Grabstein über viele Jahre teilweise wieder aufzehren kann – im Einzelfall kann ein einfaches Reihengrab langfristig sogar günstiger sein. Lassen Sie sich die Rasenpflegegebühr deshalb immer konkret beziffern, bevor Sie sich entscheiden. Einen Gesamtüberblick über die preiswertesten Wege bietet unser Ratgeber zur günstigsten Bestattung.

Grüne Wiese im Vergleich zu anderen Bestattungsarten

Die grüne Wiese ordnet sich im günstigen Drittel der Bestattungsformen ein – ähnlich wie Naturbestattungen, deutlich unter der klassischen Erdbestattung. Zur groben Orientierung:

BestattungsartGrobe PreisspanneGrabpflege
Anonyme Urnenbestattungab ca. 1.300 €entfällt
Grüne Wiese / Rasengrab (Urne)ca. 1.500 – 4.000 €durch Friedhof (Pauschale)
Seebestattungab ca. 1.745 €entfällt
Wald-/Baumbestattung (Friedwald)ab ca. 2.150 €entfällt
Urnenbestattung im Wahlgrabca. 3.000 – 5.000 €durch Angehörige
Klassische Erdbestattungca. 7.000 – 12.000 €durch Angehörige

(Grobe Richtwerte nach mymoria.de und bestattungen.de; im Einzelfall je nach Region und Ausstattung abweichend.)

Wer die einzelnen Wege im Detail vergleichen möchte, findet die Zahlen in unseren Ratgebern zu den Kosten einer Urnenbestattung, einer Bestattung im Friedwald und einem allgemeinen Überblick über die Kosten einer Beerdigung.

Wer zahlt die Kosten?

Die Kosten trägt in erster Linie der Erbe. Nach § 1968 BGB muss der Erbe die Kosten einer angemessenen Bestattung tragen. Davon zu unterscheiden ist die Bestattungspflicht: Nahe Angehörige müssen die Bestattung nach den Bestattungsgesetzen der Länder veranlassen, tragen die Kosten dauerhaft aber vor allem dann, wenn sie zugleich Erben sind.

Reicht der Nachlass nicht aus und ist es dem bestattungspflichtigen Angehörigen finanziell nicht zumutbar, springt das Sozialamt nach § 74 SGB XII ein und übernimmt die erforderlichen Kosten einer einfachen, würdigen Bestattung. Gerade die schlichte grüne Wiese fällt häufig in diesen Rahmen. Steuerlich lassen sich Bestattungskosten zudem als außergewöhnliche Belastung geltend machen, soweit sie den Wert des Nachlasses übersteigen. Wer die ersten Schritte noch vor sich hat, findet Orientierung in unserem Ratgeber, was im Todesfall zu tun ist.

Vor- und Nachteile im Überblick

Die grüne Wiese ist eine bewusste Entscheidung – sie passt nicht zu jedem Bedürfnis. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

Dafür spricht:

  • Keine Grabpflegepflicht – die Friedhofsverwaltung hält den Rasen instand.
  • Deutlich günstiger als ein klassisches Wahlgrab mit Stein und Bepflanzung.
  • Naturnah und schlicht, eine einheitlich gepflegte Fläche.
  • Entlastet Angehörige, die weit entfernt wohnen oder die Pflege nicht leisten können.

Dagegen spricht:

  • Kaum individuelle Gestaltung – Bepflanzung ist meist untersagt, Grabschmuck nur eingeschränkt erlaubt.
  • Bei der anonymen Variante fehlt ein konkreter Trauerort.
  • Die Entscheidung ist endgültig; eine spätere Umbettung ist bei der Streuwiese nicht möglich.
  • Eine Rasenpflegepauschale kann die Ersparnis über die Jahre schmälern.

Häufige Fragen zur Bestattung auf der grünen Wiese

Was kostet eine Bestattung auf der grünen Wiese? Je nach Umfang meist zwischen rund 1.500 und 4.000 Euro. Günstige Komplett-Festpreise für eine Urnenbeisetzung beginnen bei etwa 1.500 Euro, ein voller Bestatter-Service mit Trauerfeier liegt eher bei 3.000 bis 4.500 Euro. Die reinen Friedhofsgebühren allein betragen je nach Kommune 200 bis 2.000 Euro.

Ist die grüne Wiese dasselbe wie eine anonyme Bestattung? Nein. Bei der anonymen Bestattung bleibt die Stelle unmarkiert und unbekannt. Die grüne Wiese ist häufig halbanonym – also eine Rasenfläche mit kleiner, ebenerdiger Namensplatte, sodass Angehörige die Stelle kennen.

Geht eine Bestattung auf der grünen Wiese mit Sarg? Überwiegend handelt es sich um eine Urnenbeisetzung. Ein Rasengrab mit Sarg ist möglich, wo die Friedhofssatzung es vorsieht, aber seltener und mit rund 5.000 Euro und mehr deutlich teurer.

Muss ich das Grab pflegen? Nein. Die Rasenpflege übernimmt die Friedhofsverwaltung. Dafür ist eine eigene Bepflanzung in der Regel nicht erlaubt.

Wie lange ist die Ruhezeit? Sie richtet sich nach der kommunalen Friedhofssatzung und liegt bei Urnengräbern meist bei 10 bis 20, bei Sarggräbern bei 20 bis 30 Jahren.

Warum ist die grüne Wiese günstiger als ein normales Grab? Weil Grabstein und dauerhafte Grabpflege entfallen und die Grabfläche bei der Urnenvariante kleiner ist. Eine Rasenpflegepauschale des Friedhofs kann die Ersparnis allerdings teilweise wieder mindern.

Wer zahlt, wenn kein Geld da ist? Zunächst der Erbe (§ 1968 BGB). Reicht der Nachlass nicht und ist die Kostenübernahme nicht zumutbar, trägt das Sozialamt nach § 74 SGB XII die Kosten einer einfachen Bestattung.

Dieser Text bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder individuelle Beratung. Alle Preise sind Richtwerte und können je nach Region, Anbieter und Zeitpunkt abweichen.